Kategorie: Geschichte


Die Parkanlage wird 50!

Im Juni 2013 ist es soweit. Vor 50 Jahren – am 9. Juni 1963 – fand die feierliche Eröffnung des Zepernicker Schau- und Lehrgartens statt. Gegründet wurde er von Helmut Rosenberg nach dem Vorbild  und im Sinne Karl Foersters. Um Staudenliebhabern den Überblick über vorhandene Sortimente zu erleichtern, hatte dieser vorgeschlagen, Schaugärten anzulegen. Nach Potsdam, Dresden, Burg, Erfurt erhielt damit Zepernick als 5. Ort eine solche Sehenswürdigkeit.

Aus Anlass dieses Ereignisses will unser Verein eine Wand im Parkpavillon über die recht wechselvolle Geschichte gestalten. Als Partner für dieses Vorhaben konnte der Panketaler Geschichtsverein “Heimathaus” e. V. gewonnen werden. Gemeinsam sind wir nun dabei, Material zu suchen und zu sichten, Kenner und Liebhaber der Parkgeschichte für Gespräche zu finden und über die Gestaltung der Geschichtswand nachzudenken.

Nur das Wenigste unserer Einsichten und Erkenntnisse, der Fotos und der Materialien wird für das Projekt Verwendung finden. Deshalb wollen wir unser Wissen in loser Folge für Interessierte hier darstellen. An Hinweisen, Ergänzungen, Korrekturen zu den Beiträgen sind wir sehr interessiert.

Das obere Panketal ist reich an prähistorischen Fundstätten. Wie auf einer Perlenschnur ziehen sich die Siedlungen zwischen Berlin Buch und Bernau an der Panke entlang. Dazwischen liegt Zepernick mit einer Unzahl von Fundstätten.

Ein großes bronzezeitliches Siedlungsgebietes ist der Südhang des Lauseberges bis hin zu der Talmulde, in der sich ein Teich in einer ausgespülten Vertiefung gebildet hatte: Das Gelände des Robert-Koch-Parks.

Hier sicherte Herr Rosenberg 1987
bei der Ausschachtung des Springbrunnens in dem damaligen Schau- und Lehrgarten die Bruchstücke einer großen Schale. Sie hatte einen Durchmesser von etwa
42 cm und diente vor 2800 Jahren vermutlich als Ziergegenstand oder Deckel.

Beitrag von Peter Pohl
Mitglied des Panketaler Geschichtsvereins

Mehr zu archäologischen Funden der Gegend: Broschüre Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Zepernick, Band 3 – “Der Bronzekessel von Zepernick”

Broschüre 700 Jahre Zepernick 1289 – 1989 – “Vorgeschichtliche Funde in Zepernick”

Helmut Rosenberg ist der Gründer des Zepernicker Schau- und Lehrgartens, der sich auf dem Gelände des heutigen Robert-Koch-Parks befand.  Nadine Muth hat im Panke-Spiegel Nr. 5/2010 einen Artikel über Höhen und Tiefen im Leben von Rosenberg veröffentlicht, den wir jedem Interessierten sehr empfehlen (http://www.panke-spiegel.de/).

Der Verein Robert-Koch-Park e.V. ehrt das Wirken Rosenbergs mit der Schaffung eines Gedenk-Staudenbeetes.

Geschichte des Parks

Die Geschichte des Robert-Koch-Parks

Der Beginn als Schau- und Lehrgarten

Die Gründung des Parks geht auf die Initiative des Zepernicker Komponisten  Helmut Rosenberg zurück. Unter seiner Leitung entstand auf einer ehemaligen sumpfigen Brachfläche durch freiwillige unbezahlte Aufbaustunden der Mitglieder des Verbandes der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK) der “Schau- und Lehrgarten Zepernick”.

Zu seiner Eröffnung am 9. Juni 1963 war als Ehren­gast der Ideengeber für öffentliche Schau­gärten, der berühmte Landschaftsgärtner und Pflanzen­züchter Karl Foerster anwesend. Foerster übernahm auch die Patenschaft über den Schau- und Lehrgarten und stellte die neuesten Züchtungen der von ihm gegründeten Staudengärtnerei in Potsdam-Bornim für seine Gestaltung zur Verfügung. Diese Unterstützung und die unermüdliche Arbeit Helmut Rosenbergs ließen den Garten erblühen: Im Jahre 1965 zählten schon 2700 verschiedene Stauden­sorten zu seinem Bestand. Ursprünglich dafür gedacht, den Bewohnern der Umgebung und den Berlinern winterharte und ausdauernde Pflanzensorten, vor allem neuere Züchtungen, nahe zu bringen, wurde der Park aber schnell auch überregional bekannt. Dazu beigetragen hat sicherlich auch der Poststempel, den zwischen 1966 und 1974 jede Postsendung aus Zepernick erhielt. So fanden sich im Gästebuch auch Eintragungen von Besuchern aus Ungarn, Polen, der CSSR, der BRD, Schweden, Großbritannien und sogar aus Afrika.

Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre wurde die Fläche des Gartens erweitert, es entstanden das Gewächshaus und die Teichanlage. Die Ressourcen dafür zu erschließen, war für Rosenberg und seine Helfer nicht einfach, und es wurde im Laufe der Zeit immer schwieriger, Freiwillige für die Pflegearbeiten zu gewinnen. Rosenberg, der den Hauptanteil der Arbeit leistete, musste – auch in Rücksicht auf sein Alter – schließlich aufgeben.

Volkspark mit Tanzfläche und Kegelbahn

Zum 1.5.1975 übernahm der Rat der Gemeinde Zepernick die Verwaltung des Schau- und Lehr­gartens. Damit verbunden war auch die Umgestaltung zu einem Volkspark für die Nutzung zu kulturellen und sportlichen Zwecken. Beim gärtnerischen Umbau fand die Gemeinde Unterstützung durch die Sek­tion Gartenbau der Humboldt-Universität zu Berlin. Ende der 70er Jahre er­hielt der Park eine Pergola für die Rosenanlage und eine Parkbeleuchtung. In den 80er Jahren wurden eine Kegelbahn, ein Schachfeld, eine Tischtennis­anlage und eine Tanzfläche gebaut.

Ende der 80er kamen eine Vogelvoliere und ein Springbrunnen hinzu. Der Volkspark wurde ausgiebig für Kollektivfeiern genutzt. Der gärtnerische Aspekt trat etwas in den Hintergrund.

Nach der Wende verwildert

Nach der Wende wurde die Pflege des Parks für die Gemeinde aus finanziellen Gründen immer weiter reduziert. Anfangs wurden durch ABM-Kräfte noch die notwendigsten Arbeiten ausgeführt. Als dann 1995 auch diese eingestellt wurden, verwilderte der Park sehr schnell.

Die Gemeinde suchte nach einem Konzept zur Nutzung des Areals: es gab Pläne für eine Sauna­landschaft und ein Gymnasium. Zuletzt konkretisierten sich die Vorstellungen, einen Teil der Fläche für die Wohnbebauung zu veräußern und die Pflege der kleinen Restfläche in private Hand zu geben, und es wurde ein entsprechender Bebauungsplan erarbeitet.

Seitens natur- und geschichtsinteressierter Bürger der Gemeinde und der Anwohner regte sich immer mehr Widerstand gegen die Pläne, diese einstige “Perle Zepernicks” zu zerstören.

Der Neubeginn

Im Jahre 2004 wurde der Verein Robert-Koch-Park Panketal e.V. gegründet, der es sich zur Aufgabe machte, den Park zu retten und seine Pflege zu organisieren. Nach langem Kampf und harter Überzeugungsarbeit gelang es schließlich, eine Mehrheit in der Gemeindevertretung für den Erhalt des Parks zu gewinnen und einen Kompromiss zu schließen, der den Verkauf einer kleineren Teil­fläche zur Finanzierung der Grund­sanierung vorsah. Am 11.09.2006 wurde ein Pflegevertrag zwischen der Gemeinde und dem Verein abgeschlossen.

Im Jahre 2004 setzte die Ge­meinde im Rah­men eines ijgd-Work­camps eine internationale Studenten­gruppe für erste Entwilderungsarbeiten ein. Im Anschluss daran führte der Robert-Koch-Park Panketal e.V. – damals noch ohne Vetrag – Arbeitseinsätze durch, um den gewonnenen Zustand zu halten und weiter zu verbessern. Seitdem sind die Arbeitseinsätze zu einer regelmäßigen Einrichtung geworden. Die Vereinsmit­glieder und Freunde des Parkes leisteten bis Ende 2007 bereits 4000  freiwillige unbezahlte Arbeits­stunden für die laufende Pflege und um das mit der Gemeinde beschlossene Gestaltungskonzept umzu­setzen. Dabei entstand u. a. die Streuobstwiese, und die Sanierung des Bungalows wurde in Angriff genommen.

In der Südwestecke des Parks an der Bebelstraße wurde durch die Gemein­de im Jahre 2007 entsprechend dem Vorschlag des Ver­eins ein Spielplatz eingerichtet, der am 23.11.2007 eröffnet wurde.