Archive for April, 2011


Waldmäuse im Park

Es ist Sonntag, 10 Uhr in der Frühe, die Sonne wärmt schon ganz ordentlich, Park und Spielplatz liegen noch still und unberührt, nur die Vögel sind schon sehr geschäftig… Dann belebt sich das Gelände.

Nicht zum ersten Mal wählt Gabriele Breest-Grohnwald mit einer Kindergruppe des Gemeinschaftshauses vom Barnimer Jugendwerk den Robert-Koch-Park für einen Streifzug durch die Natur. Diesmal ist sie mit den Waldmäusen und deren Eltern unterwegs, um hier Natur zu erleben. Und da gibt es im Park eine ganze Menge, was die Erstklässler zu dieser Jahreszeit, an diesem Tage beobachten, bestaunen und ,erfahren’ können.

Gabriele Breest-Gronwald ist eine erfahrene Naturführerin. Sie lässt die Kinder (und auch Eltern) über die mächtigen Schoten der Catalpa und der Gleditschie, die vielen Frühjahrsblüher und den Urweltmammutbaum staunen. An einer Fichte untersuchen sie, woran man diese von einer Tanne unterscheiden kann, sie erfahren, was ein Insektenhotel ist und warum dieses beschädigte nicht mehr von Insekten besucht wird…

Wer auf dieses Weise Natur ,erfährt’, wird sicher achtsam mit ihr umgehen.

An- und abschließend  bastelten die Kinder mit Hilfe ihrer Leiterin voller Begeisterung und sehr ideenreich aus aufgelesenen Naturmaterialien einen Waldvorhang und legten aus Zapfen fantasievolle Gebilde.

Für Kinder und Eltern war dieser von Gabriele Breest-Grohnwald gestaltete Streifzug durch den Robert-Koch-Park ein gelungenes Naturerlebnis. Davon hat das Gemeinschaftshaus noch eine ganze Menge zu bieten. Mehr zu erfahren ist dazu auf dessen Webseite.

Wir, die Parkgestalter und Parkarbeiter, freuen uns auf weitere solche Besuche und Besucher.

Baumschilder aus Ton

In der letzten Zeit sind viele Interessenten wegen eines Beitrags zur Gestaltung von Baumschildern auf unsere Webseite aufmerksam geworden. Wir haben Gabriele Breest-Grohnwald vom Barnimer Jugendwerk deshalb gebeten, einen Artikel über die Herstellung der Schilder zu schreiben, denn Frau Breest-Grohnwald hatte die Idee für diese sehr naturnahen Tafeln und leitet auch ihre Herstellung. Hier ihr Bericht:

Der Werkstoff Ton ist für mich einer der interessantesten und vielfältigsten Werkstoffe, die es gibt. Einerseits immer wieder eine Herausforderung, andererseits gerade für Kinder etwas, was mich selbst an Kindheit erinnert: …Spielen im Matsch, Sandburgen am Strand bauen, nach dem Sommerregen mit nackten Füßen waten in moddrigen Feldpfützen, so das der Matsch zwischen den Zehen hervorquillt…

Ton ist aus Erde gemacht, kommt aus ihr und Kinder finden ihn aus dem Grunde so toll, weil er fantastisch anfassbar ist, sich sozusagen gut anfühlt, ohne zunächst Ansprüche zu erheben.  Er ist einer der naturnahesten Werkstoffe, fühlt sich ähnlich wie Knete an, ist aber lange nicht so einfach gestrickt. Er lässt scheinbar alles mit sich machen: Herumkneten, Formen, Auseinanderreißen, Zusammenfügen. Aber niemals ohne Feuchtigkeit. Schnell kann Ton austrocknen, noch während man mit ihm diese Dinge anstellt.

Ton wird spätestens dann sensibel, wenn man ihm im Prozess der Fertigung eines Produktes nicht genügend Wasser zukommen lässt oder vor dem Brennen vergisst, dass er all das Wasser zunächst wieder abgeben, sprich, trocknen muss.

Kinder können sich an diesem Werkstoff ungezwungen austoben, bis sie bemerken, dass ein wirkliches Resultat – der gehärtete Ton – nur zu erwarten ist, wenn sie den Ton in seiner wahren Vielfältigkeit und Nutzbarkeit kennen lernen, Fähig- und Fertigkeiten entwickeln und schließlich so gezielt agieren, bis das Endprodukt ihren Erwartungen entspricht.

Im Gemeinschaftshaus des Barnimer Jugendwerks haben wir eine kleine Keramikwerkstatt mit einem Brennofen. Dieser ist übrigens fast ständig im Einsatz, denn im Haus gibt es vier Töpfergruppen, drei für Kinder und eine für Erwachsene. Natürlich würden wir gerne noch mehr Kids aufnehmen, denn die Nachfrage ist groß, aber es mangelt uns an Platz, und alle Räume im Haus werden bereits mehrfach genutzt.

Obwohl wir auf dem Gebiet der Keramikfertigung langsam Profis geworden sind, ist die Herstellung von Baumschildern dennoch ein etwas aufwendiger Prozess, der uns manchmal vor Herausforderungen stellt. Gerade für Kinder, denn die Resultate ihrer Arbeit sind erst viel später zu sehen.

Zunächst werden aus rotem Ton Platten ausgerollt, ähnlich wie beim Ausrollen eines Plätzchenteiges, allerdings auf einem Leinentuch mit Holzbrett darunter – so verhindert man das Ankleben des Tones. Dabei muss darauf geachtet werden, dass sich in der Tonmasse keine Luftblasen mehr befinden, also wird er zunächst ein paar Mal auf ein Holzbrett „geschlagen“ und dann erst ausgerollt. Aber, gleichmäßig dick. Dazu nutzen wir selbst hergestellte Führungsschienen aus Holz. Der Fertigungsprozess darf nicht zu lange dauern, sonst trocknet der Ton aus, es bilden sich Risse, die sich möglicherweise im Schrühbrand vertiefen. Aber, eines nach dem anderen.

Nach dem Ausrollen werden ovale Platten ausgeschnitten. Die Ränder und Risse glättet man mit einem befeuchteten Pinsel oder den Fingern. Löcher für die Schnur zum Anbringen der Schilder werden ebenfalls ausgeschnitten.

Dann werden mit einem Holzstab die Baumnamen eingeritzt. Zunächst wird eine Papierskizze gefertigt, damit zum Schluss auch jeder Buchstabe auf die Platte passt. Das ist eine große Herausforderung für Kinder und auch Erwachsene, denn Konzentration ist gefragt. Wenn der Platz zu Ende ist, und noch zwei Buchstaben übrig sind, muss die ganze Platte nochmals bearbeitet werden.

Der Rohling wird nun vorsichtig von dem Leinentuch abgehoben und auf ein anders Holzbrett drapiert.

Das Baumschild in der „Rohfassung“ muss nun mindestens 14 Tage austrocknen oder geht bei 110 Grad in den Brennofen zum Trockenbrand.

Anschließend werden die Schilder im Ofen bei 950 Grad geschrüht. So heißt der Brand, bei dem der Ton sozusagen wirklich fest wird.

Dann werden per Hand mit Hilfe eines Schleifsteines oder Schmirgelpapieres Grate entfernt, die zum Beispiel durch die Eingravierung der Schrift entstanden sind. Das staubt sehr.

Nun kann die Schrift glasiert werden. Die Glasur ist sehr dickflüssig und ähnelt dem Farbton, der nach dem nächsten Brand entsteht, nur sehr wenig. Sie wird mit einem sehr feinen Pinsel aufgetragen. Das ist wieder schwierig und erfordert hohe Konzentration, denn viel Gefühl und Geduld ist erforderlich.

Danach geht das Baumschild noch einmal in den Brennofen für den Glasurbrand bei ca. 1080 Grad. Schließlich ist es fertig.

Baumschilder2

Es ist immer wieder ein spannendes Ereignis, wenn die Kinder die Resultate ihrer Arbeit sehen und es für gelungen befinden.

Wenn wir bei der „Endkontrolle“ feststellen, dass wir uns  verschrieben haben, was die Baumnamen betrifft, und was auch schon passiert ist….ja, dann ist die Bestürzung groß. Leider endet dieses verunglückte Baumschild im besten Falle als Topfuntersetzer. Nun, letzteren benötigt jeder Haushalt.

Die meisten Baumschilder gelangen in die Öffentlichkeit und schmücken, mit einer Schnur aus Kokosgarn gehalten, die wundervollen Bäume im Robert-Koch-Park.

Baumschild

Wie lange sie halten, wissen wir noch nicht. Auf jeden Fall ist es eine nachhaltige Geschichte, denn die Kinder können jedem, der es wissen will, erzählen: Dieses Baumschild habe ich gemacht!

Gabriele Breest-Grohnwald

Wenn Sie, lieber Interessent, noch Fragen haben, dann setzen Sie sich bitte über die Adresse bjw2000@t-online.de mit Frau Breest-Grohnwald in Verbindung.

Steine bei uns im Brett

Vor nunmehr 48 Jahren ist auf dem Gelände des Robert-Koch-Parks aus einer Sumpfwiese ein Lehr- und Schaugarten entstanden. Der Initiator war Helmut Rosenberg. Seit damals hat sich viel verändert, aber geblieben ist ein Anziehungspunkt und Erholungsort für Naturfreunde nicht nur aus Zepernick. Für uns Mitglieder des Robert-Koch-Park Panketal e.V. ist Rosenberg als Ideengeber und als Aktivist unvergessen. Er hat einen Stein bei uns im Brett. Wir wollen deshalb für Helmut Rosenberg ein Gedenkbeet gestalten.

Nicht überraschend, sehr schnell und völlig unbürokratisch hat uns der Bürgermeister, Herr Fornell, bei der Beschaffung eines passenden Findlings für den Ehrenhain geholfen. Nicht nur aus diesem Grund, sondern auch, weil wir von ihm und der Gemeinde in vieler Hinsicht Unterstützung erhalten, hat auch Herr Fornell einen Stein bei uns im Brett.
Anlieferung
Über eine Tonne Gedenken vom Fundort des Findlings bis zu seinem Bestimmungsort zu bewegen, wäre uns sicher nicht gelungen, aber es gibt zum Glück noch die Kollegen vom Bauhof Panketal und ihren Chef, Herrn Köppen, die ebenfalls schon lange für die massigen Anlieferungen von Kies, Begrenzungssteinen und nun auch des gewaltigen Rosenberg-Brockens einen Stein bei uns im Brett haben.
Abkippen
Seit heute liegt nun also ein Stein bei uns auf dem Beet für Helmut Rosenberg. Er, der Stein, wird mit einer ehrenden Aufschrift versehen. Denn ohne ihn, Helmut Rosenberg, gäbe es eine so schöne Naturoase mitten in Zepernick nicht.
Gedenkstein