„Wenn ich hier lang gehe, liegt dann da vorn der Robert-Koch-Park?“ Herr Calauer würde antworten: „Der liegt auch da vorn, wenn Sie nicht hier lang gehen.“ Sie, werter Leser, wären dagegen höflich und würden anfangen: „Hier entlang, dann kommt ein Haus, dann eine Berberitzenhecke mit viel Bäumen dahinter, und wenn Sie dann links …“
Das war einmal. Seit dem 30. Oktober steht außen dran, was drin ist. Der Robert-Koch-Park hat ein Namensschild, an dem man nicht vorbei gehen kann.
In der Mitgliederversammlung des Vereins im März 2010 hatten wir aus mehreren Gestaltungsvorschlägen einen von unserem Parkfreund Ernst Jager ausgewählt. Der Vorschlag (nicht der Ernst) sah allerdings noch ganz anders aus. Geplant war ein stilisierter Baum (Foto links).
Der Umschwung im Denken und Handeln kam dann mit dem Material: Wir hatten uns auf einen Stamm aus Robinienholz mit einer Astgabel als Träger gefreut und auch einen solchen aufgegabelt. Da lag er nun im Park, und jeder durfte sich beim Vorbeigehen als Konstrukteur beweisen. Bringen Sie mal eine dreieckige Pyramide so an einem Stamm mit Astgabel an, dass das Gebilde den zunehmenden Herbststürmen in Zeiten des Klimawandels trotzt! Das Motto also: Mach aus dem was, was Du hast.
Wieder einmal hat uns Ernst Jager gerettet. Sein neuer Vorschlag dürfte noch als Bleistiftskizze auf dem besten Tisch des Park-Häuschens zu sehen sein und ist – hauptsächlich auch von ihm selbst in die Praxis umgesetzt – nun am Parkeingang zu bewundern. Viele von uns sagen, das wäre sogar die allerbeste der ausgedachten Varianten.
Neben Ernst Jager hat noch jemand Anteil am Gelingen des Projekts. Das ist Herr Andreas Graetz, Garten- und Landschaftsbauer aus Bernau. Er lieferte uns nicht nur den Stamm, sondern er spendete auch die Schwarte aus Eichenholz, in die jetzt der Namenszug graviert ist.
Wenn Sie oder Sie in Zukunft nicht wissen sollten, wo der Robert-Koch-Park ist, ich würde sagen: „Dort, wo das schöne Namensschild steht!“ Nur schade, dass Ernst Jager nicht daneben stehen bleiben möchte. Das hätte doch etwas…

Wenn Herbst und Winter vorbei sind, dann wird im Park wieder munteres Treiben herrschen. Die Vögel werden anfangen zu zwitschern, die Frösche zu quaken und die Mücken heranzuwachsen. Auch der Mensch kann dann wieder ohne tropfende Nase und eisige Füße etwas bewirken. Einiges ist getan, aber es liegen noch Pläne für Neues in der Vereinsschublade, die umgesetzt werden wollen. So haben wir im Park zwar rund 50 verschiedene Baumarten, ebenso viele unterschiedliche Sträuchersorten und einige wenige Unkräuter zwischen den Blumen, aber wir haben noch keine nützlichen Kräuter – Gewürz- und Küchenkräuter, Duftkräuter, Heilkräuter – oder finden sie nur nicht im Pflanzengewirr.
Jetzt sollen sie her, aber jedes Kraut hat nun mal seine besonderen Anforderungen an den Standort und das Klima. Salbei und Thymian mögen es trocken, Petersilie und Kümmel dagegen gemäßigt. Manch ein Vertreter giert nach Sonne, ein anderer nach einem Sonnenschirm. Wer den nicht dauernd halten möchte, muss sich beim Pflanzen etwas einfallen lassen. Zum Glück gab es bereits vor unserer Vereinsgründung kluge Menschen, die sich mit dem Problem beschäftigt haben, auf kleinem Raum Gewächse aus allerlei Klimazonen unterzubringen, so dass wir nun nicht Stirn runzelnd und Zähne knirschend nach einer Lösung suchen müssen. Wir wollen einen seit Äonen vorhandenen Gedanken aufgreifen und eine Kräuterspirale bauen.
Gut. Jetzt brauchen wir also nur noch die Bauzeichnung (die ist im Augenblick noch in den Köpfen unserer Parkgestaltungsarbeitsgemeinschaftsmitglieder), Komposterde (ruht vor sich hin), Sand (liegt bequem daneben), Steine (haben uns Gemeinde und Anwohner gespendet), Wasser (etwas weniger als dieses Jahr heruntergerieselt ist) und Leute. Und hier liegt der Hund begraben. Klar, alle Vereinsmitglieder und Parkfreunde würden sich beleidigt fühlen, wenn sie nicht mitwirken dürften, aber die meisten haben einen Job und so wenig Freizeit. Auch ist es mit dem Bauen allein nicht getan. Das ganze Jahr über muss dann Kraut von Unkraut getrennt werden, gegebenenfalls muss immer wieder mal gegossen werden und nicht zuletzt sollte man auch etwas ernten. Wir suchen also Kräuterweibchen und Kräutermännchen, die Interesse haben und willens sind, bei unserem Vorhaben mitzutun. Vielleicht können ja auch Gartenzwerge – interessierte Schüler – das Projekt in ihre Händchen nehmen (Lehrer, hergehört!).
Wenn sich im nächsten Jahr die Spirale winden wird, der Wind den Kräuterduft über Zepernick ausbreitet und sich die Schmetterlinge über dem Ysop versammeln, dann wird der Robert-Koch-Park um eine Attraktion reicher sein.